31. Mai 2008, 21:56
Hallo,
also ich abe nichts gegen teure "Designer-Öle", aber man muss auch immer abwägen ob es wirklich das bringt was man davon erwartet.
Mein Nick " Brötchenexpress " bezieht sich z.B. auf mein Alltagsgefährt, nämlich den Opel Combo Tour.
Wenn ich diesen zur Inspektion bringe und nichts sage, dann füllen mir die Leute bei Opel grundsätzlich das besagte Shell Helix Ultra ein.
Mit der Begründung man könnte mit diesem Öl die Wechselintervalle auf 30000 km ausdehnen.
Das ist natürlich absoluter Blödsinn.
Erstens fahre ich maximal 15000 km pro Jahr, und ich muss (zur Wahrung der Rostschutzgarantie) trotz Service-Intervallanzeige sowieso mindestens einmal jährlich in die Werkstatt.
(Was insofern praktisch ist, als das der Wagen so wenigstens einmal im Jahr eine vernünftige Wäsche vepasst bekommt

)
Daher ordere ich immer genau DAS Öl welches laut Opel-Betriebsanleitung vorgeschrieben ist, und zahle 12 anstatt 21 Euro pro Liter.
Bei meiner VS ist es genau das Gleiche.
WARUM soll ich ein sündhaft teures Öl einfüllen, wenn es ohnehin nach 4000 km wieder gewechselt werden muss

Die Schwachstelle bei Motorradmotoren ist ja nicht die nachlassende Schmierwirkung am Kolben, Ventiltrieb oder Pleuel, sondern die kombinierte Schmierung von Motor, Getriebe und Kupplung,
Speziell im gerade verzahnten Getriebe unterliegt das Öl ja unglaublich hohen Druckkräften zwischen den treibenden und getriebenen Zähnen.
Dafür sind Motoröle aber gar nicht ausgelegt und altern" deshalb vorzeitig.
Bei leistungsstärkeren Motoren sind deshalb spezielle Motorradöle (mit entsprechenden Additiven) unbedingt zu empfehlen.
Bei unseren schwachbrüstigen Motörchen reicht aber auch ein "gewöhnliches" Motoröl vollkommen aus.
Zumindest solange man die Wechselintervalle halbwegs exakt einhält.
Trotzdem sind 77000 km für eine 125er eine ungewöhnlich hohe Lebenserwartung.
Kolben und Zylinder sind ja gar nicht einmal das Problem, aber die Ventile und vor allem die Rollenlager der Kurbelwelle sind eigentlich nur für 50000 km Laufleistung ausgelegt.
Ein durchschnittlich genutztes Motorrad hat dann in der Regel schon mindestens 10 (eher 15) Jahre auf dem Buckel.
Gruß
Reimund