VS 125f Fussrasten ZURÜCK verlegen?

5. Nov 2013, 00:46

Hallo Alle miteinander!

Der Eine oder Andere wird sich vielleicht verwundert die Augen reiben - aber die Frage ist ernst gemeint!
Kann man bei der VS125f die Fussrasten zurück (also nach hinten) verlegen?

Zur Erklärung:
Ich fahre normalerweise einen Sporttourer - aber im Winter sind mir 220 Kg, und knapp 100 PS zu viel. (4 Räder sind sowieso zu viel :lol: )
Nun habe ich von einem Kollegen für wenig Geld eine VS125f als Wintermotorrad angeboten bekommen und bin von dem kleinen Gerät SEHR angetan.
Allerdings soll die hauptsächlich im Stadtverkehr laufen und dafür ist die Sitzposition suboptimal.
Einen schmalen, geraden Lenker mit ABE hab ich noch rum liegen - aber die Fussrasten sind ein Problem.

Um Im Stadtverkehr etwas bessere Kontrolle zu haben (und auch besser zwischen den Autos durch zu kommen), wären Rasten optimal, die wenigstens 15, besser noch 20 cm weiter hinten liegen.

Hat Irgendjemand mit sowas Erfahrung?
(Sollte schon legal sein - schließlich muss man mit den TÜVis nicht mehr Ärger provozieren, als unbedingt nötig. ;)

Gruß rundrum und schon mal Danke!
(auch wenn ich wenig Hoffnung habe...)

akmsu74

Re: VS 125f Fussrasten ZURÜCK verlegen?

5. Nov 2013, 12:31

Nein, ich habe damit keine Erfahrung, möchte aber trotzdem etwas beitragen:

Ich denke, eine solche Verlegung würde Dein Fahrgefühl verschlimmbessern.

Die VS ist nun mal kein Sporttourer, sondern ein Chopper. Die Winkel von Oberkörper bzw. Hüftgelenk und Knie- und Fußgelenk sind schon "richtig" so, da sie den richtigen Schwerpunkt in der durch die Konstruktion bedingten Gesamtgeometrie ergeben. Durch eine Verlegung der Rasten nach hinten würdest den Schwerpunkt nach hinten/oben verschieben wollen, wie Du es vom Sporttourer gewohnt bist, da liegt er aber nun man konstruktionsmäßig bedingt nicht. Durch die veränderten Knie- und Fußgelenkwinkel würdest Du nur quasi den Kontakt zum Bike bzw. dessen Schwerpunkt verlieren. Fast so, als würde man die Füße von den Rasten nehmen. Das kann nicht gehen. Beim Vorverlegen der Rasten beim einem Chopper ist das anders, da verschiebst Du den Schwerpunkt nach vorne/unten, wo er "typmäßig" sowieso hingehört, das verändert nicht viel. Macht man ja idR nur, um bei langen Beinen den Kniewinkel zu entspannen. Den Kontakt verliert man dadurch nicht, weil die Gelenke nach wie vor nahe am Schwerpunkt angreifen können.

Die Sitzhaltung auf Deinem Sporttourer ist eben anders, aber eben auch an seine spezielle Geometrie angepasst. Da liegt der Schwerpunkt eher höher und in der Mitte und die Gelenke greifen da auch an, wenn sie in der typischen Position unter dem Körper - also nahe dem Schwerpunkt - sitzen. Ein zentraler und hoher Schwerpunkt macht natürlich auch eine höhere Agilität und Wendigkeit, die Du auf der VS zu Recht etwas vermisst. Im Umkehrschluss erzeugt ein tiefer und etwas weiter vorne liegender Schwerpunkt eine hohe Fahrstabilität, also die richtigen Voraussetzungen für entspanntes Cruisen auf Landstraßen, wozu ein Chopper wie die VS gebaut wird. Damit schwingt man entspannt um lange Kurven und wetzt nicht um enge Kurven oder um Autos im engen Stadtverkehr.

Imho reine Gewöhnungssache, jeder Typ eines Bike - von der Supermoto über die Enduro bis zum Chopper - fährt sich nun mal anders und ist für andere Zwecke konstruiert. Und ich bin immer wieder überrrascht, wie lange es dauert, bis man sich angepasst hat. Bevor ich zum Zweiradtreiber wurde, habe ich immer gedacht, dass das so wenig ein Problem wäre, wie beim Auto, wo ich dauernd von einem aufs andere umsteige und bei angepasster Fahrweise auch nicht einen Hauch von Eingewöhnung brauche. Mehr als der Hintern ist da nicht als Kontakt vorgesehen. Beim Bike ist das halt ganz ganz anders, da ist die gesamte Körperhaltung mit jedem Winkel aller Körperteile ein integrieter Bestandteil (Bernt Spiegel: Die obere Hälfte des Motorrads) der Gesamtmaschine Motorrad.

Fazit der langen Rede: Eine eierlegende Wollmilchsau gibt es unter den Bikes nicht, da kann der Treiber sich nur selber anpassen.
Für diesen Beitrag danken
akmsu74

Re: VS 125f Fussrasten ZURÜCK verlegen?

5. Nov 2013, 15:48

Danke für den Hinweis - das ist auf jeden Fall ein Aspekt!

Da mir heute auch der TÜV bestätigt hat, dass jegliche "Eigenbau-Lösung" nur Ärger und erhebliche Kosten mit sich bringt, werden wir es also zunächst mal "so" versuchen - da muss sich dann eben der Fahrer anpassen, richtig.
...und wenn's gar nicht geht, geht's eben nicht, dann muss was Anderes her.
Man wird sehen.

Laut TÜV wären die einzigen legalen Chancen:
1. ein Komplettsatz mit ABE als Nachrüstlösung oder
2. Die Verwendung von Daelim-Teilen eines anderen Modells, dass denselben Rahmen und denselben Motor verwendet, aber ein anderes Layout hat.

Weiß zufällig jemand, ob der VS-Rahmen auch in anderen Modellen verwendet wurde?

Re: VS 125f Fussrasten ZURÜCK verlegen?

5. Nov 2013, 18:09

akmsu74 hat geschrieben:Weiß zufällig jemand, ob der VS-Rahmen auch in anderen Modellen verwendet wurde?


Nicht definitiv, nein, aber infrage käme ja wenn überhaupt die Roadwin oder ihre Vorgänger, denen ich aber noch nie unters Blech geschaut habe. Deren Layout sieht aber so anders aus, dass ich das ausschließen würde. Und selbst wenn, da müsste dann sicher so viel angepasst werden, dass Du das weder machen, noch bezahlen wollen wirst.

Klar, ein Umrüstsatz mit ABE gäbe es für eine Vorverlegung, eine Rückverlegung macht keinen Sinn, deshalb gibt es das nicht.

Ich würde der Kleinen eine Chance geben und sie mehrere Wochen täglich fahren, erst dann wirst Du Dir ein Urteil bilden können, ob Du nach Gewöhnung mit ihr klar kommen wirst. Ich behaupte mal: Ja!