Stehbolzen von Auspuffanschraubung abgerissen

22. Sep 2012, 20:41

Hallo,

gibt es eine Möglichkeit, den Stehbolzen noch zu entfernen? Ich habe mit Kontermutter probiert:dreht mit zurück-geht nicht, nochmal angeknallt: dreht nix, nur beide Muttern
habe es mit 2 Tage ständig nachsprühen Rostlöser probiert - nix
hab es mit ner scharfzahnigen Wasserpumpenzange probiert -nix
hab es mit ner Gripzange probiert- greift nicht
hab es mit gezielten wohldosierten Hammerschlägen probiert - nix
Gewinde ist jetzt kaputt, ca 1,5 cm stehen noch von dem Bolzen raus...
bleibt wohl nur die Methode mit der Mutter drauf schweißen übrig, soll sich angeblich die Verklebung gleich mitlösen aber muß dann der Tank ab und die Batterie raus???

blos: hab kein Schweißgerät, Maschine kann ja so nicht gefahren werden !!!???

Stromschweißen, Gasschweißen?

HILFE: wer kann mir noch n Tipp geben? Abbrechen und Ausbohren mit Linksdreher will ich erst zum Schluß, wenn alles nix hilft, machen.

Re: Stehbolzen von Auspuffanschraubung abgerissen

23. Sep 2012, 07:37

Hi,

ich würde versuchen oben eine Kerbe zu sägen um dann mit dem Schlagschrauber (oder Winkelschraubenzieher) den Bolzen zu lösen.

viel Erfolg
Herby

Re: Stehbolzen von Auspuffanschraubung abgerissen

23. Sep 2012, 07:56

Mutter mit dem Schutzgasschweißgerät (elektrisch) anschweißen. Da reicht ein kleines Abdeckblech hinzuhalten um nichts im nahen Unkreis zu verbrennen. Die Mutter mit einen größeren Bohrer auf einer Seite etwas ansenken, auf den Bolzen stecken und anschweißen oder anschweißen lassen. Im Notfall musst Du die Maschine zum Schweißgerät transportieren. Als Alternative bleibt vermutlich nur noch ausbohren was auch Spezialwerkzeug erfordert.

Re: Stehbolzen von Auspuffanschraubung abgerissen

23. Sep 2012, 10:38

Hallo,
ich hatte das gleiche Problem und muß jetzt einen anderen Zylinderkopf einbauen da mir der Bohrer verlaufen ist,
und ich nicht rechtwinklig gebohrt habe. Aber aus Fehlern lernt man.
Auf gar keinen Fall eine Mutter anschweißen.
Dadurch wird der Bolzen so hart, dann kannst ihn später nicht mehr ausbohren.
Wenns geht probiere nochmal mit zwei Muttern, aber dabei nur an der inneren den Schlüssel ansetzen.
Sonst bleibt nur Motor raus ( ca. halbe Stunde ) und dann Bolzen direkt am Zylinderkopf absägen,
genau in der Mitte des Bolzens einen Körner schlagen und genau 90 Grad zur Fläche ausbohren.
Darauf achten das der Bohrer nicht verläuft und nicht größer als der Kerndurchmesser des Gewindes bohren.
Ich hoffe es klappt.
kurtotto

Re: Stehbolzen von Auspuffanschraubung abgerissen

23. Sep 2012, 13:43

kurtotto, obwohl dein Zylinderkopf kaputt war schlägst Du genau das selbe vor ? Ausbohren in eingebauten Zustand birgt die Gefahr daneben zu bohren und zu schräg. Genau bohren kann man nur mit einer Ständerbohrmaschine und wenn das Werkstück, der Zylinderkopf, genau eingespannt ist. Es gibt hier eine Reihe von Spezialwerkzeugen welche sündhaft teuer sind, Bohrschablonen und Hilfen und Ausdrehwerkzeuge, die haben nur Betriebe. Das einfachste ist eine Mutter auf den Stehbolzenstummel zu schweißen. Das Material wird durch die Hitze nicht hart sondern im Gegnteil durch ausglühen eher weich. Gehärtet wird es nur durch Abschrecken, abkühlen z. B. mit Wasser. Nach dem Erkalten kann man mit einem kleinen Hammer mit "dezenten" Schlägen auf die aufgeschweißte Mutter noch etwas prellen und dann versuchen den Bolzen auszudrehen. Sollte das nicht gelingen und der Bolzen abgerissen ist, Bohren ist immer noch jederzeit möglich.

Re: Stehbolzen von Auspuffanschraubung abgerissen

23. Sep 2012, 14:21

Hallo Steigerwalddriver,
wer lesen kann ist klar im Vorteil,
ich habe das alles geschrieben damit ihm nicht das gleiche passiert wie mir.
Also nochmal Motor ausbauen und auf eine Ständerbohrmaschine so aufspannen das die Stehbolzen
senkrecht nach oben zeigen.

Weiter wie schon geschrieben.

Re: Stehbolzen von Auspuffanschraubung abgerissen

23. Sep 2012, 14:39

Ich konnte das teil einfach mit ner wasserpumpenzange rausdrehen

Re: Stehbolzen von Auspuffanschraubung abgerissen

23. Sep 2012, 17:30

Kurtotto hast du dir überlegt den Zylinderkopf mit einem Gewindeeinsatz wie HeliCoil oder BaerCoil zu reparieren?

Gruss Mechanix

Re: Stehbolzen von Auspuffanschraubung abgerissen

23. Sep 2012, 17:47

Mechanix,
das mit dem coil habe ich gemacht, aber ich konnte nur noch schräg bohren.
Somit passt nichts mehr und ich krieg den Auspuff nicht mehr dicht.
Ich versuche nochmal mein Glück wenn der Zylinderkopf gewechselt ist.
Aber wir wollen ja mit unseren Tips Schraubenputzer helfen mal sehen was der dazu sagt.

Re: Stehbolzen von Auspuffanschraubung abgerissen

30. Sep 2012, 19:41

Danke für die vielen Tipps,

aber wie Herby schreibt, Schlitz reinsägen...wohlgemerkt in eine nur noch 5mm betragenen Bolzen und dann nur mit nem Winkelschraubendreher rausdrehen, wenn ich schon mit meiner sauscharfen Zähne bewaffneten XXL-Wasserpumpenzange nichts bewegen kann... dan kann ich weder was mit nem Winkelschraubendreher bewegen ich denke eher, die 2 Stummel neben dem gesägten Schlitz brechen weg, erst recht mit nem Schlagschrauber.

Stromschweißen sei nicht gut, da der Motor zu viel Masse hat, meint ein Bekannter von mir, der schonmal geschweißt hat.
Hab nur keinen Schweißer-Fachmann an der Hand, der mir sagen könnte, ob es z.B. mit (Schutz-)Gasschweißen ginge...!?!?!?!
Ne Ständerbohrmaschine hab ich, aber da passt kein ganzer Motor drunter... zoll ich ihn mit der Flex halbieren??? ;-)

[size=200]Gibt es eine genaue Bezeichnung (Güteklasse o.ä.) für Bohrer, die das ausbohren können, ohne stumpf zu werden?[/size]

Meine Maschine ist fertig bis auf diese "Kleinigkeit", werde erst mal anfangen mit nem Bolzenausdreher/Linksausdreher, dann evtl. Gasschweißen (Schraube drauf), wenn es nix bringt-> Flex und Körner.

Danke schonmal für eure Hilfe...

Re: Stehbolzen von Auspuffanschraubung abgerissen

30. Sep 2012, 22:26

Bau doch einfach den Zylinderkopf ab und schon kannst du prima werkeln. Dann kannst du auch versuchen den Rest mit einer Lötlampe heiß zu machen, nachdem du eine Mutter auf den Reststummel geschweißt hast. Oder du gehst direkt in eine Fachwerkstatt die es ausbohrt. Die Masse ist bei beiden Schweißarten die selbe und zu viel gibt es nicht, eher zu wenig nämlich wenn kein richtiger Kontakt besteht. Zum ausbohren benutzt man gute HSS Bohrer, allerdings nicht so eine Kiste voll aus dem Supermarkt für 10 Euro. Ich hole mir sowas immer in einem Geschäft für Werkstattausrüstung oder nehme die teuersten aus dem Baumarkt, damit bohre ich auch Edelstahl, allerdings mit einem anderen Anschliff. Guter Zentrierbohrer ist ebenfalls wichtig und natürlich das richtige einspannen des Werkstückes, in deinem Fall der Zylinderkopf. Das mit dem Bolzenausdreher würde ich bleiben lassen, denn wenn der abreißt hat sich alles weitere erledigt, denn in den Bolzenausdreher bohrst du kein Loch rein weil viel zu hart.

Re: Stehbolzen von Auspuffanschraubung abgerissen

1. Okt 2012, 09:10

Hallo Waldläufer,

vielen Dank für die guten Ideen und die ausführlichen Antworten.

Du schreibst "...einfach den Zylinderkopf abbauen...", da muß ich doch sicher danach viele Einstellungen erneuern oder sind das nur die 4 Schrauben und dann Deckel ab, Zylinder nach oben rausziehen, Stehbolzen bearbeiten und dann einfach wieder draufsetzen und anschrauben? Krieg ich den Zylinder ---im Motorradrahmen eingebauten Motor --- einfach nach oben abgezogen?
So weit im Motor war ich noch nicht, im Vergaser kenn ich jeder Ecke und Schraube.
Werd mich mal damit beschäftigen.
Nun versuche ich es erst mal mit dem Stehbolzenausdreher ( soll sowas wie ne Nuss aufgesteckt werden und verklemmt sich dann ). Wenn es denn endlich kommen würde...schon ne Woche bestellt...
Dann seh ich weiter. Beim Gasschweißen braucht man ja keine Masse, ist das Besser, wegen Störung der Elektronik, sollte ich Batterie und CDI etc. alles trennen?

Grüße und Danke!

Re: Stehbolzen von Auspuffanschraubung abgerissen

1. Okt 2012, 10:05

Schraubenputzer hat geschrieben: wenn ich schon mit meiner sauscharfen Zähne bewaffneten XXL-Wasserpumpenzange nichts bewegen kann... dann ... erst recht (nicht) mit nem Schlagschrauber.
Aber Möglicherweise mit einer Kombination von beiden. ;)
Den Stehbolzen mit der Zange fest packen und dann beim Drehen mit einem Hammer von vorn auf den Bolzen schlagen. Reicht der Bolzen nicht über die Zange hinaus, einfach einen anderen Bolzen als Verlängerung davor setzen.
Ach ja, Finger weg vom Schweißgerät; das macht nur Ärger. Vor allem, wenn der Motor nicht ausgebaut ist.

Re: Stehbolzen von Auspuffanschraubung abgerissen

1. Okt 2012, 12:50

Schraubenputzer hat geschrieben:... die 2 Stummel neben dem gesägten Schlitz brechen weg, erst recht mit nem Schlagschrauber.
Dennoch, ganz so dumm ist die Lösung mit dem Schlitz nicht. Du darfst den Bolzen nur so tief einsägen, dass der Bit greifen kann. 1/2 bis max 1 mm sollten reichen. Dann (für URL bitte einloggen) ansetzen und mit dem Hammer drauf schlagen.
Bei mir ist so jede Schraube los gegangen. Jedenfalls bisher. ;)

Re: Stehbolzen von Auspuffanschraubung abgerissen

2. Okt 2012, 22:19

Hallo zusammen,

also ich habe angefangen mit Bolzen etwas einsägen, Schlagschrauber drauf, reißt untere Ecke des Bolzens weg. Ansatz der Klinge des Bits im Schlagschrauber umgebogen, Stückchen abgeflext, nochmal gesägt, kräftigeren Bit genommen, das gleiche, der Schlitz wurde unten links richtig weggedrängt und ein Schraubenzieher kann garnicht mehr greifen.
Also nochmal abgesägt, gekörnt, gebohrt, Bit eingeschlagen, der klemmt extrem, dann knirscht es und er fällt mit einigen Spänen raus. Also extra teure Bohrer vom guten Baumarkt mit Beratung besorgt, Linksausdreher dazu und noch sicherheitshalber n Satz (Box) sehr gute Bohrer im 1 mm-Schritten.
Am eingebauten Motor war es absolut umnöglich zu werkeln, also entschloss ich mich, den Motor auszubauen. Die Abbauten (Vergaser Hebel etc) waren leicht, hab es ja schon 100 x gemacht ;-)
dann die Motorhaltebolzen: die Muttern waren schon abgedreht, daß es kaum möglich war, ohne Durchdrehen zu lösen. Habe es mit Kriechöl und ner Pause dann geschafft, auch einen Bolzen mußte ich komplett durchtreiben, der war sowas von eingerostet...da hol ich mir neue Bolzen und Muttern.
Motor draussen und dann ging es erst los: mindestens 7 Bohrer verschiederner Größe zerschlissen, den passenden Linksausdreher abgebrochen, (ich bin ein sehr vorsichtiger Mensch, was Mechanik angeht, aber das hab ich noch nie erlebt.
Dann endlich erstes Loch geschafft, Gewinde eingeschnitten und natürlich abgebrochen, hab alles rausbekommen und gewinde hält den 1. Bolzen 1a.
Sieht echt gut aus, bin stolz auf mich.
2. Bohrloch nach Körnung gesetzt und wie der Teufel es will, wandert die Zentrierung ständig nach links, ich kann machen, was ich will... mit ner Kugel ausgefräst und neu zentriert...mit ganz teueren Minibohrern durchgekommen bis zum Bolzenende, aufgebohrt und übermorgen dann zum Baumarkt, Gewindeschneider besorgen und dann alles noch reinigen und !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! meine Schrauben putzen-------sagt Schraubenputzer.......und dann alles wieder zusammenbauen.
Das war n Akt, war 5 Stunden drüber...puh...und jetzt froh, daß ich alleine soweit gekommen bin...
Ich grüße euch

-- Automatische Zusammenführung - Mo 15. Okt 2012, 08:41 --

Also, alles hat geklappt, Stehbolzen stehen beide wieder wie eine 1, 1b, da es nicht 100% mittig zentriert gelaufen ist aber die Schelle ließ sich um 1 mm seitlich erweitern (ausfräsen).
Dabei hab noch was gutes "erfunden":
um keine Bohrspäne in den Zylinder zu bekommen, habe ich das Loch mit einem ausgehärteten Silikonstöpsel aus einer Silikonkartusche zugemacht, passt mit Spannung genau da rein und dichtet 1a ab, also keine eingetrockneten Silikonkartuschen wegwerfen, Silikonsäule einfach rausziehen und ne fingerdicke Scheibe abschneiden. Hält wie ein Abflusstöpsel.
Sicherheitshalber habe ich natürlich vorher ein fusselfreies Tuch hineingestopft aber das war blitzeblank schwarz-rußig, eben ohne Splitter, meine ich. Echt ne große Hilfe.