8. Mai 2008, 22:59
Hallo,
ich fahre zwar eine VS, aber diese ist ja mit der VC praktisch baugleich.
Ich ärgere mich auch immer ein wenig über das hohe Drehzahlniveau bei zügiger Landstrassenfahrt, und habe natürlich auch schon darüber nachgedacht die Übersetzung zu ändern um den Motor zu schonen.
Allerdings hatte ich nicht vor das Ritzel oder Kettenrad zu verändern, sondern hätte wahrscheinlich die Zahnräder der Primärübersetzung getauscht.
Macht weniger Probleme beim TÜV oder Polizeikontrollen, und schont das Lager am Getriebeausgang.
Ausserdem sollte man auch nie ein Tuningritzel verbauen wenn sich der Kettensatz schon ein paar tausend Kilometer auf der Verzahnung hat.
Wie gesagt, an passende Zahnräder zu kommen ist für mich eigentlich kein Problem.
Auf Anraten eines bekannten Mechanikers habe ich aber Abstand von dieser Maßnahme genommen.
Die Motorradhersteller legen die optimale Übersetzung ja nicht mutwillig fest, sondern fahren ausgedehnte Versuchsreihen um die ideale Übersetzung für ihr Produkt zu finden.
Da es für offene LKRäder zwar eine Leistungsbeschränkung, aber keine maximal erlaubte Höchstgeschwindigkeit gibt, könnten die Hersteller aus Wettbewerbsgründen ja theoretisch ab Werk eine sehr lange Übersetzung einbauen.
Dann würde eine VC also eine ordnungsgemäß eingetragene Vmax von 120 km/h in den Papieren stehen haben.
Macht beim Kumpel mit eingetragenen 110 km/h sicher erst einmal richtig Eindruck.
Das Problem ist halt nur das die 120 km/h allenfalls bei optimalen Bedingungen erreicht werden können, also leicht bergab, mir Rückenwind, mit bis zum Platzen gefüllter Blase oder einer sehnsüchtig daheim wartenden Sozia.

Die Höchstgeschwindigkeit wird nämlich hauptsächlich vom Luftwiderstand bestimmt, der bekanntlich quadratisch zur gefahrenen Geschwindigkeit ansteigt.
Da hat ein Riesenbrocken wie ich auf einem Cruiser natürlich mehr Probleme als ein Rennzwerg auf einem aerodynamisch verkleideten Sportbike.
Also, was nützten mir fiktive 10 km/h mehr, wenn ich diese im Alltagsbetrieb nur selten erreichen kann.
Es könnte sich sogar kontraproduktiv auswirken, nämlich weil ich dann zwar bergab oder bei Rückenwind mit geringerer Drehzahl fahren kann, aber auf gerader Strecke trotz Vollgas erst gar nicht auf die erforderliche Drehzahl komme, oder kilometerlangen Anlauf benötige.
Das Drehzahlband in dem bei einer 125er so etwas ähnliches wie akzeptable Leistung erreicht wird, beginnt nun einmal erst bei 8000 UPM.
Fällt die drehzahl darunter, dann reicht schon eine kleine Windböe um die Geschwindigkeit rapide absinken zu lassen.
Das heisst dann wieder herunterschalten um wieder halbwegs zügig beschleunigen zu können, wodurch der Spar-und Schoneffekt wieder zunichte gemacht wird.
Aud diesen Gründen belasse ich es lieber bei der Serienübersetzung, die es mir ermöglicht ab ca. 60 km/h so ziemlich alles im fünften Gang fahren zu können, ohne ständig im Getriebe herumrühren zu müssen.
Auf unseren kurvigen Sauerländer Landstrassen gelten ohnehin fast überall Geschwindigkeitsbegrenzungen von 70 oder 80 km/h, da kann man auf den paar nicht limitierten Kilometern mit Drehzahlen um die 8500 UPM ohne schlechtes Gewissen leben.
Gelegentliche hohe Drehzahlen schaden dem Motor weniger als ein ständiges Quälen des Motors unter hoher Last und moderaten Drehzahlen.
Bleiben wir also realistisch.
Mit 125 ccm und 9 bis 11 kw Leistung sind 100 bis 110 km/h das was im Alltagsbetrieb erreichbar ist.
Wer schneller sein möchte muss entweder konsequent sei und sich entweder eine sündhaft teure "Bella Macchina" mit Hochleistungs-Zweitakter aus Italien zulegen, oder sich ein Moped mit mehr Hubraum gönnen.
Weder Daelim, Hyosung, Kymco oder Rex können da mithalten, von den Chinakrachern mal ganz zu schweigen.
Die Asiaten ausserhalb Japans bauen ihre Mopeds ja nicht in erster Linie als Funmobil für uns Europäer, sondern als tägliche Gebrauchsgeräte für den eigenen Markt und die Schwellenländer.
Allen eine schöne und unfall- und pannenfreie Saison, und hoffentlich wird der Sommer so wie es der Frühling verspricht.
Gruß
Reimund