8. Aug 2025, 18:17
Hallo Foristen, hier ein paar Worte zu dem Thema Stoßdämpfer und Gabelholme.
Ende Juni war mir bei der Felgenreinigung aufgefallen, dass mein Hinterrad irgendwie nicht gut aus sah. Sägezahn Profil.
Und in der Mitte doch gut abgefahren.
Ab zum Reifenhändler, den ich seit seiner Jugendzeit kenne, und mir da noch eine fachliche Meinung geholt. Für den Laien optisch gar nicht so schlimm, für den Fachmann eine klare Sache. Der Reifen ist fertig. Ursache für die im Prinzip rasche Sägezahnbildung kann falscher Luftdruck oder müde Stoßdämpfer sein.
Neuen Reifen beim Händler bestellt, neue Stoßdämpfer bei Koreanbikeparts bestellt. Dabei auch gleich für den Lagerbestand die Schalldämpfer Gummilagerbuchsen mitbestellt.
Obwohl ein Bestand angezeigt wurde, kam kurz darauf von Mr. Lee die Mail, dass es für die Buchsen Lieferprobleme gibt.
Also frisch ans Werk. Reifen ausgebaut und Gummi wechseln lassen. Bei der Demontage festgestellt, dass die Buchsen vom Schalldämpfer fertig waren. Vorsorglich waren welche in meinem Bestand. Die Schwinge enthäutet, neu lackiert. Schalldämpfer auch etwas zerlegt, ein paar kleine Roststellen beseitigt, auch neu lackiert. Neue Stoßdämpfer noch nicht in Sicht. Antwort aus Korea, die Buchsen stornieren oder nachliefern lassen. Bei Nachlieferung fallen aber nochmals die Frachtkosten an. Also Geduld bewahrt.
Und alles erstmal wieder zusammen gebaut. Der Tausch der Buchsen war etwas knifflig,aber lösbar. Der neue Reifen fährt sich gut, inwiefern die Stoßdämpfer schlapp sind, kann ich nicht beurteilen.
Bei der Gelegenheit mit Nobbi etwas gefachsimpelt, und erfahren, dass er seinem S3 unter anderem einen Gabelholm Service gegönnt hat. Den Unterschied beim Fahren hat er dann wohl gemerkt. Mein kleiner Wolf hatte da knapp 17.000 km drauf. Nach den Erfahrungen beim Kauf der Maschine war klar, was jetzt ansteht.
Simmerringe, Abstreifer und Gabelöl bestellt, und ran an die Holme. Den Begriff Drehmoment kannte man bei der letzten Montage wohl nicht.
Da ich Werkzeug liebe, vor allem wenn es nützlich ist, besitze ich natürlich eine 65 cm lange Hebelstange mit 1/2" Anschluss. Damit und einem Stück Kantholz an der passenden Stelle zum kontern, gingen die Schrauben an der Gabelbrücke auf.
Das Zerlegen der Holme war unproblematisch, bis auf einen Denkfehler. Zum Glück habe ich Sägemehl in der Werkstatt und eine gute Seife.
Alles gut sauber gemacht, und schon ging es an den Zusammenbau. Vorher nicht richtig geschaut, mein Eintreiber war der Falsche. Natürlich Sonntag, aber da gibt's die Einen, die immer schon wissen was man sich so wünscht. Egal, gleich das passende Teil bestellt, am nächsten Nachmittag war es schon da. Endmontage Dämpfer, Montage am Roller, bei der Gelegenheit gleich die Bremse vorne gemacht. Und endlich die angerosteten Hohlschrauben getauscht. Probefahrt mit Einschleifen der Beläge, alles im grünen Bereich.
Am Bremsflüssigkeitsbehälter war mir was bei beiden aufgefallen, die Membranen waren aufgewölbt. Mir fällt kein anderes Wort ein. Die liegen ja flach auf, und sollen sich ja gemäß ihrer Funktion auch bewegen. Und natürlich auch wieder in ihre Ursprüngliche Form kommen. Denke ich zumindest.
Höre gerne eure Meinung und Erfahrung dazu. Falls die Dinger wie O Ringe mit dem Alter weich werden, habe ich vorsorglich mal Neue bestellt, und werde diese dann noch tauschen.
Gestern dann mit Nobbi eine schöne Tour gefahren. Fazit zum Gabelholm Service, warum habe ich das nicht schon viel früher gemacht.
Ja, kleine Unebenheiten merkt man jetzt etwas mehr. Aber in der Kurve ist das jetzt ein tolles Fahrgefühl.
Wenn man sich zu dem Thema Informationen anschaut, da gehen die Meinungen ziemlich weit auseinander. Ich will mich da auf keine Kilometer festlegen, das ist ja ein schleichender Prozess der Ermüdung von Öl und Feder.
Ich war in der einen oder anderen Kurve immer etwas unsicher, Fahrbahnbelag komisch, zu schnell usw.. Mangelnde Kurventechnik habe ich am meisten vermutet.
Es kann von allem etwas gewesen sein. Auf jeden Fall fühlt es sich jetzt viel sicherer an. Heute Vormittag auf meiner kleinen Tour mit ganz vielen Kurven mal genauer darauf geachtet.
Ich bin kein Fahrer der die Grenzen des Machbaren sucht, aber jetzt weiß ich, dass meine Reserve ausreichend da ist.
Update: Die neuen Stoßdämpfer für hinten sind eingetroffen, inklusive der Buchsen. Werden nachher oder morgen früh montiert. Ich werde auch davon berichten.
Gruß vom Uwe
- Für diesen Beitrag danken
S3-Nobbi
9. Aug 2025, 09:30
Hallo Uwe, danke für den ausführlichen Bericht! Wie Du ja geschrieben hast, hatte ich bei der letzten Kontrolle des Ventilspiels, die Gabelholme neu mit Öl befüllen lassen. Das war dann ein "Aufwasch"!

Obwohl mein S 3 ja noch nicht so alt ist (BJ 2017), hatte ich schon bemerkt, dass die Tauchrohre beim Bremsen und durchfahren von Bodenwellen recht tief eingetaucht sind!

Also habe ich das Wechseln vom Öl gleich mitmachen lassen! Bei der nächsten Fahrt, nach dem Wechsel habe ich genau wie Du eine merkliche Verbesserung wahrgenommen!

Ich denke mal, dass dieses Thema, von einigen Fahrern doch eher "stiefmütterlich" betrachtet wird!

Wohl weil es ein geschlossenes System ist?? Aber trotzdem gibt es da "Abnutzung"! Von daher ist es echt ratsam, sich da wirklich Gedanken drum zu machen. Wir haben da jetzt erstmal wieder eine Zeit lang Ruhe!

LG, Nobbi.
- Für diesen Beitrag danken
Montör
9. Aug 2025, 23:17
Hallo zusammen.
Wie schon angekündigt, habe ich heute Nachmittag die neuen Stoßdämpfer hinten ausgetauscht.
Man kommt an die oberen Schrauben zwar von unten dran, das nützt aber nicht viel, wenn die Schrauben sowas von fest sitzen. Also Helmfach raus, und schon konnte ich da besser agieren. Für den langen Hebel mit 14er Nuss ist kein Platz, aber ein Ringschlüssel und dosierte Hammerschläge tun es auch.
Auf der linken Seite kommt man an die untere Schraube gut dran. Rechts zwar auch, aber zum Entfernen muss der Auspuff ab. Aus dem Bauch heraus hielt ich es für sinnvoll, die Stoßdämpfer nacheinander zu wechseln.
Der Einbau ist dann keine wilde Sache, erst oben und dann unten. Unten ist ein Stichwort, hier die unteren Gummilagerbuchsen auf Auffälligkeiten inspizieren.
Beim Hinterrad Wechsel habe schon auf die Buchsen an der Schwinge geschaut.
Nachdem alles montiert und wieder verbaut war, gleich eine Probefahrt gemacht. Es fühlt sich jetzt fester an. Die Vorspannung habe ich vorerst in der zweiten Raste eingestellt.
Um die Einfederung einzustellen, benötigt man einen zweiten Mann. Wird die nächsten Tage noch gemacht. Ich bringe alleine mit Schutzkleidung schon 70% der Zuladung mit.
Gruß vom Uwe