6. Nov 2021, 02:30
Hallo Zusammen!
Ich habe den Schritt gewagt und die Innenbuchse vom Variator J.Costa getauscht.
Der Grund war/ist ein Fehler beim Einbau von mir, weil die Führungshülse zwischen Achse und Vario nicht die richtige Länge hatte. Dazu wurde aber bereits ausreichend geschrieben.
Hier das Bild dazu, warum der Tausch notwendig wurde:
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... gut zu sehen, dass die falsche Führungshülse mal an der Innenbuchse festgefressen war.
Also habe ich bei EasyParts eine neue Innenbuchse bestellt. Welche diese Woche gekommen ist.
Nobbi hat mir eine bebilderte Anleitung des Herstellers zum richtigen Austausch zugesendet, nach welcher ich vorgegangen bin.
Am Mittwoch Abend startete ich den 1. Versuch.
Die Überlegung war, dass die Innenbuchse möglichst kühl gehalten werden muss und nur das Material außen herum bis 160 Grad zu erwärmen ist.
Die Temperaturangabe kommt von der Anleitung. Diese Temperatur scheint eine wesentliche Rolle zu spielen, was ich bereits beim 1. Versuch merkte.
Ich ging etwas blauäugig an die Sache und war der Meinung, dass mein betagter Heißluftfön das schon bringen wird.
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... so sah der Versuchsaufbau aus
Das rote war ein feuchter Lappen, den ich zusätzlich in das Gefrierfach gelegt hatte.
Er sollte dazu dienen, dass die Innenbuchse sich nicht so stark erwärmt, wie das Material außen herum, welches ich mit der heißen Luft erwärmte.
Ich ging davon aus, dass die unterschiedliche Erwärmung eine Rolle bei der Ausdehnung des Materials spielt und das Herausschlagen/Herausdrücken dadurch einfacher wird. Soweit die Idee.
Irgendwie scheiterte der 1. Versuch bereits im Ansatz. Ich lies sicher 15 Minuten heiße Luft auf das Material blasen. Dennoch bewegte sich die Innenbuchse keinen Millimeter.
Als dann der rote Lappen zu brennen begann, brach ich den Versuch ab und überlegte, was an meinem Vorgang so stümperhaft war.
Es lag einfach am Werkzeug, was ich zur Verfügung hatte, so dass ich mir zum Beispiel ein IR-Messgerät extra dafür kaufte.
Folgendes Werkzeug wurde für den 2. Versuch bereit gelegt:
* klappbare Werkbank
* Steinel HF 2000 s (Heißluft-Farbentferner) als Heißluftfön ... leider schon etwas älter
* angepasster Holzstiel von Hammer, zum heraus schlagen
* Ratschennuss Größe 21 ... größte zur Verfügung stehende
* Hammer
* Bosch Infrarot Thermometer UniversalTemp (Temperaturbereich: –30 °C bis +500 °C) ... extra gekauft
* neue Innenbuchse in den Kühlschrank gelegt
* Handschuh, um den sehr heißen Variator anzufassen
Mit diesen Utensilien startete ich heute meinen 2. Versuch. Ich ließ diesmal den roten Lappen weg und erwärmte somit die Innenbuchse mit.
Ich erwärmte die Seite des Variators, von der aus die Innenbuchse heraus gedrückt / geschlagen werden musste.
Diesmal offenbarte mir das Thermometer, dass die Leistung des Heißluftföns nicht besonders hoch war.
Nach gefühlt 15 Minuten hatte das äußere Material gerade mal die 100 Grad überschritten.
Mit dem IR-Messgerät überprüfte ich fortwährend die Oberflächentemperatur, bis es mir signalisierte, dass 165 Grad überall erreicht sein müssten.
Ich schnappte mir den Holzstiel und schlug mehrmals kräftig auf die Innenbuchse. Leider veränderte sich nur der Stiel, indem er sich auflöste und in das Loch hinein ging.
Ich musste also umdisponieren und verwendete ab sofort die größte mir zur Verfügung stehende Ratschennuss von einem Drehmomentenschlüssel.
Also wieder den Fön angeworfen und nichts als heiße Luft erzeugt
Diesmal habe ich mehr mit dem IR-Messgerät die Werte der Materialien und des Föns gemessen, um die Unterscheide zu erkennen, warum es bisher nicht funktioniert hat.
Dabei fiel mir auf, dass sich die Innenbuchse nicht so stark erwärmte, wie das Material außen. Es war teilweise ein Unterschied von 40 Grad.
Weiterhin stellte ich fest, dass die Aufsätze auf dem Fön, welche den Luftstrom bündeln, eine Rolle spielen.
Am Ende hatte ich das beste Ergebnis mit der wenigsten Einengung des Luftstromes.
Ich habe dann in mehreren Versuchen die Innenbuchse heraus geschlagen, in dem ich ab der Hälfte die andere Seite des Variators erwärmt habe.
Das Ergebnis sah dann so aus:
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.. leider habe ich mit dem letzten Schlag, als die Innenbuchse heraus fiel, mit dem Hammer eine Kerbe in den Variator geschlagen, was man später auf einem Bild leicht sieht
Nun bietet es sich an, dass man sofort die neue Innenbuchse einsetzt, um nicht wieder ewig das Material zu erwärmen.
Die neue Innenbuchse hatte ich ja im Kühlschrank vorbereitet. Hatte noch circa eine Temperatur von 15-20 Grad.
Achtung: eine Seite der Innenbuchse hat am Rand eine Phase / Abschrägung -> diese Seite muss zuerst in den Variator
Das Einsetzen war ein Kinderspiel im Gegensatz zum Entfernen.
Sobald ich die Innenbuchse auf den vorerwärmten Variator gesetzt hatte und los lies, rutschte er in das Loch und saß drin.
Dann kam plötzlich leicht goldfarbige Flüssigkeit aus der neuen Innenbuchse zum Vorschein. Ich nehme an, dass es die Feuchte im Material war, die durch den hohen Temperaturunterschied hervortrat.
So sah das Ergebnis dann aus:
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Hier noch das Messgerät mit zwei Messungen beim Abkühlen:
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Mein Fazit:
Der verwendete Heißluftfön war definitiv zu schwach auf der Brust oder sein Alter war der Grund.
Was für mich keinen Sinn macht, dass nur 1 Seite des Variators erwärmt wird, denn die andere Seite war deutlich kühler, weshalb die Innenbuchse so schlecht heraus ging.
Entweder man baut eine Konstruktion, wo auch die Unterseite mit erwärmt wird, wenn man die Oberseite erwärmt.
Was auch gehen müsste, wenn man den Variator in den vorgeheizten Herd legt, denn das Material scheint die Wärme unterschiedlich aufzunehmen.
Die Innenbuchse war bis zu 40 Grad kühler und im Mittel 30 Grad.
Wenn die Variante mit dem Herd funktioniert, dann kann man die Innenbuchse vermutlich auch heraus drücken.
Ansonsten ist für das Herausschlagen ein metallenes Material zu bevorzugen, was möglichst passend aufliegt und lang genug ist, um nicht mit dem Hammer den Variator zu beschädigen.
Jetzt habe ich mal wieder viel zu viel geschrieben und es ist weit nach Mitternacht.
Sollte mir noch was einfallen, dann teile ich das gern mit.
Sollten Fragen sein, dann gerne stellen.
Jetzt ruft das Bett.
Grüße aus Friedberg, Olaf
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