20. Mär 2019, 00:19
So ist es.
Die Austauschorgie, die der TE beschrieb, lässt eher darauf schließen, dass die Werke dort statt den Fehler zu suchen, stumpf Teile (mit den teuersten angefangen) ausgetauscht hat.
Wenn die Maschine nicht anspringt, gibt es zwei Suchwege: Sprit da? Zündfunke da?
Ich fange mal mit dem Zündfunken an:
- Killschalter auf Fahren. (Bei meiner Daystar aus 2000 bewegt sich der Anlasser ohnehin nicht, wenn der Killschalter auf Stop steht.)
- Kerzenstecker abziehen, Reservekerze dran (mit isolierter Zange) an Masse halten, Anlasser (oder Kickstarter) betätigen.
Sehe ich einen Zündfunken, habe ich einen. Sehe ich keinen, Elektrodenabstand auf 0,4 reduzieren.
Habe ich dann einen Zündfunken, ist die Chance groß, dass der Stator irgendwo Schluss hat.
Habe ich keinen Zündfunken, schraube ich den Kerzenstecker aus dem Kabel, stecke ein Nägelchen ins Kabel und versuche es noch mal, indem ich den Nagelkopf in ca. Millimeterabstand in die Nähe von Masse halte. (Geht i.d.R. nur mit Anlasser.)
Springt dann irgendwo ein Funke über (oder ich bekomme einen gewischt), tausche ich den Kerzenstecker, die Zündkerze (und das Zündkabel gleich mit) aus.
Gibt es immer noch keinen Zündfunken, muss ich dem System mit etwas Wissen zuleibe rücken.Immerhin weiß ich dann, dass der Fehler im Zündungstrakt liegt.
Man kann auch mit dem Sprit anfangen:
- Kerze rausschrauben, ein paarmal kicken oder 2 Sekunden den Anlasser orgeln lassen.
Am Kerzenloch schnüffeln. Stinkt es nach Sprit, ist grundsätzlich welcher da.
- Stinkt es nicht nach Sprit, Kerze wieder rein und ein wenig Startpilot oder Bremsenreiniger direkt in den Ansaugtrakt (Luftfilter ab) spritzen und kicken oder den Anlasser betätigen.
- Kommen dann ein paar Zündungen, liegt das Problem in der Spritzufuhr oder in zu altem Sprit.
- Ist der Benzinhahn offen? Wenn nein, öffnen und nochmal versuchen. Wenn auch das ohne Erfolg ist, Benzinhahn schließen, Schlauch abnehmen, Dose drunterhalten und Benzinhahn öffnen. Läuft dann Sprit raus, geht es an den Vergaser. Kommt keiner, aber es blubbert im Tank, Benzinhahn schließen, Tankdeckel abnehmen und Test wiederholen.
Kommt dann Sprit, liegt zumindest ein Problem in der Tankentlüftung vor.
- Wenn der Sprit älter ist als ein Jahr, ablassen, frischen rein und gleich mit Vergaserreiniger. (Auf Dosierung achten, was aber nicht sklavisch wichtig ist.)
- Sollte Sprit durch den offenen Benzinhahn laufen, kann man noch überprüfen, ob er auch in die Schwimmerkammer gelangt. Das kann man prüfen, indem man die Ablassschraube aufschraubt (nicht mit Gewalt). Meist sitzt die relativ leicht zugänglich in waagerechter Einbaulage am unteren Ende einer zylindrischen Struktur des Vergasers.
- Kommt da Sprit raus, wenn man sie aufdreht, liegt das Problem im Vergaser. Der muss dann raus.
Kommt da kein Sprit raus, wenn man sie aufdreht, hängt mindestens das Schwimmernadelventil. Auch dann muss der Vergaser raus und gereinigt werden.
Wie man das macht, kann man in diesem Forum (Suchfunktion verwenden) nachlesen und auch anderweitig im Netz. Ich werde jetzt hier Schluss machen aber das nicht ohne einen Tipp zur Wissenserweiterung abzulassen:
(für URL bitte einloggen)Viel Erfolg
El